100 Vorstände erzählen: So gelingt Digitalisierung

7 Tipps und Insights von Vorständen für Vorstände.

Digitalisierungstipps Vorstand

Von Vorständen für Vorstände: Nützliche Tipps aus der Praxis der digitalen Transformation

Die digitale Transformation ist eines der zentralen strategischen Themen für Vorstände – quer durch Branchen, Unternehmen und Größenordnungen. Doch wie navigiert man durch dieses komplexe Feld? Wir haben mehr als 100 Vorstände deutscher Unternehmen zu ihrer Meinung rund um das Thema Digitalisierung befragt [LINK zur Umfrage/Studie, sobald vorhanden] und Empfehlungen für andere Vorstände eingeholt. Die wichtigsten dieser praxisnahen Ratschläge – von kurz, knapp und pragmatisch bis detailliert – haben wir Ihnen im Folgenden zusammengestellt.

#1 „Offen sein für neue Möglichkeiten“

Digitale Transformation beginnt nicht mit Technik oder Software, sondern mit dem Willen, überhaupt etwas verändern zu wollen. Offenheit für Neues gehört daher zu den häufigsten Ratschlägen in unserer Umfrage – und zwar für alle Mitglieder eines Unternehmens. Vorständen jedoch kommt eine Schlüsselrolle zu: Sie geben die Richtung vor, tragen die Verantwortung, nehmen Ängste und inspirieren im Idealfall ihre Mitarbeitenden. Berührungsängste, geringer Veränderungswille und das Beharren auf eingefahrenen Strukturen und Prozessen hemmen daher nicht nur die digitale Transformation, sie haben Signalwirkung. Daher profitieren nicht nur Vorstände, sondern auch ihre Unternehmen, wenn sie ihren Blick für digitale Chancen öffnen und Wandel so aktiv gestalten. 

#2 „Konsequent in Digitalisierung investieren mit hoher Priorität (zeitlich & finanziell)“

Digitalisierung ist keine Kleinigkeit und gelingt nicht, wenn man sie nur nebenbei angeht. Stattdessen sollte man konsequent am Ball bleiben, das Thema vorantreiben und ihm Raum geben – zeitlich, finanziell, personell. Die Mehrwerte in Sachen Effizienzgewinn, Entlastung und Unterstützung, die digitale Transformation liefert, sind das Investment auf jeden Fall wert. Zusammenfassend kann man sagen: Wenn digitalisiert werden soll, dann richtig – und das heißt, die dafür notwendigen Ressourcen und Rahmenbedingungen konsequent bereitzustellen. 

#3 „Klein anfangen mit spürbarem Mehrwert“

Dem Thema Raum zu geben, heißt nicht, auf Biegen und Brechen alles auf einmal digitalisieren zu müssen. Digitalisierung ist (oft) komplex und bedeutet Wandel. Mehrere der Befragten raten daher, klein und pragmatisch zu beginnen. Ein Befragter konkretisiert: „Es muss nicht immer direkt die große Plattform sein. Kleine, konkrete Digitalisierungsprojekte mit sichtbarem Mehrwert schaffen Akzeptanz und bauen digitale Kompetenz im Haus auf.“ Insbesondere der Fokus auf die Menschen und ihre Akzeptanz ist ein oft unterschätzter Faktor. Digitale Lösungen und Prozesse klingen in der Theorie oft großartig und versprechen direkt viel, treffen in der Praxis aber auf Skepsis, Widerstände oder fehlende Kompetenzen. Kleine Schritte und für alle spürbarer Mehrwert können helfen, diese Hürden zu überwinden und Digitalisierung nachhaltig anzugehen.

#4 „Nicht jeder im Haus hat dasselbe digitale Tempo“

Wandel und Veränderung gehen nicht überall gleich schnell. Das Tempo, mit dem man sich einem neuen Thema nähert, variiert auch von Person zu Person – Adaption und Akzeptanz brauchen ihre Zeit und verlaufen nicht bei jedem einheitlich und linear. Während einige Mitarbeitende mit Begeisterung neue Tools ausprobieren, sind andere zunächst skeptisch oder fühlen sich überfordert. Dieses unterschiedliche digitale Tempo ist normal – als Vorstand und Führungskraft sollte man sich dessen allerdings bewusst sein und es aktiv berücksichtigen. Geduld sowie flexible Lern- und Weiterbildungsangebote können helfen, Mitarbeitende dort abzuholen, wo sie stehen und so Adaption zu fördern, Zufriedenheit zu erhöhen und letztlich auch Fluktuation zu verringern. Einer der Befragten empfiehlt etwa einen Digitalführerschein, in dessen Rahmen Mitarbeitende notwendige Kompetenzen erwerben können. So wird Digitalisierung nicht nur vorgegeben, sondern aktiv gelebt.

#5 „Digitale Transformation geht nicht im Alleingang“

Das Thema ist komplex: Technik, Prozesse, Kultur – es muss vieles bedacht und geplant werden. Dafür wird Erfahrung und Kompetenz im Digitalisierungsbereich benötigt. Deshalb raten mehrere der befragten Vorstände, auf Digiscouts und externe Unterstützung zurückzugreifen, die genau diese Expertise mitbringen. Diese Fachleute helfen nicht nur bei der Umsetzung, sondern auch beim Übersetzen – zwischen IT, Fachbereichen, Management und Mitarbeitenden. 

#6 „Der Austausch mit anderen Unternehmen ist ungemein wertvoll“

Neben externer Expertenunterstützung kann auch der Austausch mit anderen Unternehmen enormen Mehrwert bieten – gerade, wenn diese entweder in derselben Situation oder vielleicht sogar schon einen Schritt weiter sind. So muss man nicht bei null anfangen, sondern kann auf den Erfahrungen anderer aufbauen und daraus lernen. Dieser Erfahrungsaustausch ermöglicht einen Perspektivwechsel, das Teilen von Best Practices und das Erkennen vermeidbarer Fehler. Kurz zusammengefasst: Wer digital vorankommen möchte, sollte offen für Vernetzung sein – auf Vorstandsebene, aber auch darüber hinaus.

#7 „Man muss nicht reden, sondern wollen und einfach mal machen“

Bei der bisher geschilderten Komplexität digitaler Transformation und dem finanziellen und ressourcentechnischen Investment, das sie bedeutet, ist blindlings drauflosrennen und einfach mal digitalisieren potenziell eher kontraproduktiv. Was wir als Digitalisierungsexperte mit jahrelanger Erfahrung jedoch bestätigen können, ist, dass Abstimmungsschleifen und Diskussionen über Digitalisierung manchmal mehr Zeit in Anspruch nehmen als das tatsächliche zielorientierte Arbeiten an Digitalisierungsprojekten. Sollte man einen klaren Plan haben? Ja. Sollte man darauf achten, alle anderen hier ausgeführten Punkte zu bedenken? Auch ja. Könnten ein wenig mehr Mut, Kühnheit und Handlungswillen auf Führungsebene digitale Themen manchmal deutlich schneller vorantreiben und schneller spürbare Mehrwerte erzielen, als es häufig der Fall ist? Ebenfalls ja! In diesem Sinne: „Einfach mal machen“ – aber in einem sinnvollen Rahmen!

Vom Impuls zur Umsetzung

Diese Tipps und Perspektiven verdeutlichen: Digitalisierung ist vielseitig, individuell und in den allermeisten Fällen kein Selbstläufer. Die folgende Transformations-Checkliste übersetzt die Ratschläge aus unserer Umfrage in praxisorientierte Handlungsempfehlungen, die Sie bei der digitalen Transformation unterstützen.
 

Haltung & Vorbildfunktion

  • Offenheit für neue Ideen und Technologien zeigen – auch bei Unsicherheit
  • Veränderungsbereitschaft aktiv kommunizieren und vorleben

Prioritäten & Ressourcen

  • Digitalisierung als Priorität im Vorstand verankern
  • Ausreichend Zeit, Budget und personelle Ressourcen einplanen

Umsetzung in Etappen

  • Mit kleinen, klar umrissenen Projekten starten
  • Auf sichtbaren Mehrwert für Mitarbeitende und Organisation achten

Menschen mitnehmen

  • Unterschiedliche Lern- und Anpassungsgeschwindigkeiten anerkennen
  • Schulungs- und Unterstützungsangebote schaffen

Expertise beschaffen und nutzen

  • Interne Digiscouts und externe Unterstützung einbinden
  • Kommunikation und Verständnis zwischen IT, Fachbereichen und Management sicherstellen

Vernetzung fördern

  • Erfahrungsaustausch mit anderen Unternehmen suchen
  • Best Practices adaptieren, statt bei null anzufangen

Mut zur Umsetzung

  • Nach Plan handeln, aber nicht in endlosen Abstimmungen verharren
  • Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen, Momentum nutzen
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