Neue Wege in der Ausbildung – was Digitalisierung verändert

 

Ausbildung im Zeitalter der Digitalisierung. Was bedeutet das neue Ausbildungsmanagement für Azubis und die Fachkräfte von morgen? 

Künstliche Intelligenz, Industrie 4.0, Bildungsrevolution – viele neue Bezeichnungen, die eigentlich ein und dasselbe bedeuten: Digitalisierung. Schon seit vielen Jahren hat die Digitalisierung Einzug in unser Privatleben. WhatsApp, Facebook, Instagram, Twitter, TikTok und Co. schaffen neue Kommunikationswege, vernetzen Menschen weltweit und liefern in sekundenschnelle die neuesten globalen Informationen zu aktuellen Geschehnissen. Und der technische Fortschritt macht auch vor der Arbeitswelt nicht halt. Neue Ausbildungssoftwares, intelligente Roboter, 3D-Drucker und andere digitale Technologien schaffen ein neues industrielles Zeitalter. Doch wie wirkt sich die Digitalisierung speziell auf die Ausbildung aus und welche neuen Möglichkeiten stehen für für Azubis bereit?  

Digitalisierung in der Arbeitswelt

Derzeit erleben viele Branchen einen starken Wandel: Durch die Digitalisierung ändern sich Geschäftsfeder, Märkte und ganze Geschäftsmodelle. All das führt zu steigenden Anforderungen hinsichtlich der bnötigten Kompetenzen von Beschäftigten. Die geforderten Kenntnisse gefragter Fachkräfte steigen vor allem im IT-Bereich oder in der Prozesssteuerung. Dies führt zu einer Umgewichtung bei Ausbildungsberufen und den späteren Tätigkeitsfeldern. Während ein Studium bei Schulabgängern weiterhin sehr beliebt ist und die Anzahl an Akademikern in Deutschland weiter steigt, werden hochkomplexe, technische Tätigkeiten in circa 35 Prozent von Fachkräften ausgeübt, die keine Führungsposition besetzen. Wie kommt es dazu? 
Die stetige Erneuerung, zunehmende Veränderung und Überarbeitung der vorhandenen Ausbildungsberufe ersetzt überholte Ausbildungsinhalte. Wer heute eine Ausbildung beginnt, muss sich mit einem gewandelten Ausbildungsmanagement auseinandersetzen, denn angehende Führungskräfte müssen lernen, sich neuen Veränderungen stetig anzupassen. 

Der Digitalisierungseffekt 

Der Wandel auf dem Arbeitsmarkt spiegelt den gesellschaftlichen Wandel wider, der sich vor allem auf eine neue Werteverteilung bezieht. Mitarbeitern ist eine hohe Flexibilität, was die Arbeitszeiten und den Arbeitsort betrifft, extrem wichtig, aber dennoch spielt das Thema Sicherheit weiterhin eine hohe Rolle. Heute Homeoffice, morgen Büro? Dank Digitalisierung ist das meist kein Problem. Sinnhaftigkeit in der ausgeübten Tätigkeit anstelle von starrem Zeittotschlagen gewinnt gerade für die jüngere Generation immer mehr an Bedeutung. Die persönliche Weiterentwicklung in einer Work-Life-Balance, Wertschätzung am Arbeitsplatz unter Kollegen und flache Hierarchien sind hier genauso wichtig wie der kreative Austausch sowie eine vertretbare Ethik des Arbeitgebers. Zum Wertewandel kommt der Arbeitswandel: Auszubildende erlernen das nötige Know-How, um vernetzt zu arbeiten und neue Technologien einzusetzen. Neue Jobs und komplett neue Berufsfelder entstehen rund um und mit der Digitalisierung. 

Digitalisierung betrifft jeden Einzelnen

Laut der Bundesagentur für Arbeit sind derzeit, Tendenz steigend, über die Hälfte aller Hilfskräfte von Technologien wie Computern oder gar Robotern ersetzbar. Wer jetzt um seinen Arbeitsplatz bangt, der sei erstmal beruhigt, denn durch die Digitalisierung wurden zwar viele Jobs überflüssig, aber ebenso viele sind durch sie neu entstanden.
Doch nicht nur auf Arbeitnehmer, sondern auf auf die Unternehmen, also die Arbeitgeber, hat die Digitalisieung große Auswirkungen, auch auf den Personalbereich. Denn auch hier ändern sich viele der benötigten Kompetenzen, damit die Personalareit von morgem erfolgreich gestaltet werden kann. Spezielle digitale Angebote können stark dabei untersützen, doch gerade im Bereich der Ausbildung gibt es hier noch Nachholbedarf. Aktuell setzen nur ca. 30 % der Ausbildungsbetriebe auf digitale Lösungen; hier liegt der Schwerpunkt vor allem in der Vermittlung von digitalen Lerninhalten und Kompetenzen, bei denen moderne Ausbildungssoftware-Lösungen zum Einsatz kommen. Noch sind diese Unternehmen Vorreiter, zukünftig werden die meisten Betriebe jedoch auf die Digitalisierung während der Ausbildung setzen. Daher müssen auch die Ausbilder selbst qualifiziert sein, ihren Azubis die Wirtschaft 4.0 zu vermitteln.

Die Herausforderung: Digitalisierung 

Durch die Digitalisierung entstehen im Wesentlichen zwei Herausforderungen in der Ausbildung: Zum einen kommem viele neue Inhalte hinzu, andererseits verändern sich die eingesetzten Methoden häufig sehr stark. Da beides große Auswirkungen auf die Ausbildung hat, müssen sich Unternehmen konzeptionell neu mit dem Thema beschäftigen. Laut der Studie "NETZWERK Q 4.0" vom Institut der deutschen Wirtschaft gehen allerdings bisher nur 40 % der Ausbildungsberufe dieses Thema wirklich strategisch an - sei es aus Mangel an Zeit, Ressourcen oder Know How.

Generell ist es wichtig, hier nicht nur das Augenmerkt auf digitale Lernmedien und die technische Ausstattung zu legen, sondern zu überlegen, welche Kompetenzen zukünftig benötigt werden und wie diese optimal vermittelt werden können. Auch fachübergreifend Kompetenzen sowie der Erwerb sozialer Fähigkeiten sollte dabei nicht außer Acht zu lassen. Denn der Wandel liegt eben nicht allein in der Digitalisierung und der Arbeitswelt, sondern unterliegt daneben auch Wertewandel in unserer Gesellschaft. Ein echtes Team zu sein, die Schwächen und Stärken von sich und den anderen Teammitgliedern zu nutzen, wird künftig immer wichtiger. Warum? Weil selbstorganisiertes Lernen und Arbeiten immer mehr in den Fokus rückt. Teams müssen nicht am selben Ort sein, um zusammen zu arbeiten. Umso mehr gewinnen Worte wie Kooperationsbereitschaft und Vernetzung an Bedeutung. 

Digitalisierung als Bildungsrevolution

Die Bildungsrevolution durch die Digitalisierung betrifft das komplette Ausbildungsmanagement. Ausbildungssoftwares, welche Lern-Apps, Lernvideos und digitale schriftliche Medien bereitstellen und in denen sich auch mit der Community ausgetauscht werden kann, schaffen eine neue Art von Lernen. Ortsunabhängig, egal ob am PC, Tablet oder während der Bahnfahrt am Smartphone – lernen wo und wann man will. Und es wird noch besser: Lerninhalte müssen nicht auf dem Medium gespeichert werden und somit unnötig viel Platz wegnehmen. Upload und Download von und in die Cloud machen das digitale Lernen noch unabhängiger und einfacher.

Die Ausbildung von morgen unterliegt mittlerweile einem anderen Ausbildungsmanagement. Konkret bedeutet dies, dass sich die Auszubildenden beim multimedialen Lernen mit einer Ausbildungssoftware auseinandersetzen. Text, Bild, Audio und Video werden als komplexes Lernsystem genutzt, um die Schüler ganzheitlich anzusprechen. Virtuelle Klassenräume, in denen jeder seinen individuellen Avatar hat und das Gefühl bekommt, tatsächlich im Klassenzimmer zu sitzen, gewinnen an Beliebtheit. Die Azubis können so auch digital gemeinsam an Aufgaben und Projekten arbeiten, Dokumente hochladen und sich so gegenseitig unterstützen. Wer also befürchtet, dass die sozialen Kompetenzen und Kontakte auf der Strecke bleiben, der irrt: Denn die gesteigerte Lernautonomie führt eher dazu, dass Azubis beim aktiven Lernen viel motivierter sind und ihre Zeit zwischen Arbeit, Lernen und Privatleben besser einteilen können. Die Ausbildung von morgen passt sich also dem persönlichen Leben an und nicht umgekehrt? Ja und nein. Denn eine der Herausforderungen ist eben, selbstorganisiert und präsent zu sein, wenn auch nicht direkt vor Ort. Außerdem wird in den Ausbildungen viel mehr Wissen vermittelt, als noch vor ein paar Jahren, was einen höheren Lernaufwand bedeutet. Und zu guter Letzt: Das gelernte, digitale Wissen, muss schließlich auch umgesetzt und in den Arbeitsalltag integriert werden.

Ausbildungsberufe mit digitaler Vernetzung 

Damit die Digitalisierung weiter voranschreiten kann, gibt es vier zentrale Berufe, die einer ständigen Modernisierung unterliegen: Fachinformatiker, IT-System-Elektroniker, Informatikkaufleute und IT-System-Kaufleute. Sie sind sozusagen der Dreh- und Angelpunkt der digitalen Vernetzung unserer Wirtschaft. Doch wie sieht es in der Industrie aus? Der klassische Zerspanungsmechaniker erlernt heute vordergründig das Erstellen, Optimieren und Einrichten der Softwareprogramme und schließlich die computergesteuerten Fertigungsprozesse. Mechatroniker schrauben längst nicht mehr nur am Auto, ein fundiertes IT-Wissen ist essentiell. Tischler bedienen computergesteuerte CNC-Fräsen und zahnmedizinische Fachangestellte fertigen Kieferscans mit dem 3D-Drucker an. Vieles übernehmen Maschinen völlig autonom. Der Energieversorger bekommt automatisch vermittelte Verbrauchsdaten direkt vom intelligenten Stromzähler, Gesundheitsdaten, wie beispielsweise von einem Herzschrittmacher, werden automatisch an das Krankenhaus übermittelt. 

Prognose für die Zukunft 

Wohin der Weg führt, lässt sich vom jetzigen Stand aus nur vermuten. Wissenschaftler geben auch hier zum Teil widersprüchliche Prognosen ab. Während die einen sagen, dass hierzulande kein Ungleichgewicht in der Jobverteilung entstehen und das Niveau nicht sinken wird, prognostizieren andere einen starken Wandel. Millionen Stellen könnten wegfallen, die durch computergesteuerte Techniken vollständig ersetzt werden. Auf der anderen Seite könnten ebenso viele neue Stellen und völlig neue Berufszweige entstehen. Fest steht: Technologiegestützte Dienstleistungen, Berufe aus dem IT-Sektor, der Elektrotechnik und dem Ingenieurwesen werden sich weiterentwickeln und zu einem Branchenwandel führen. Der Gesellschaft liegt schon jetzt ein Berufs- und Tätigkeitswandel vor, zu der es keine Alternativen geben darf. Denn die Digitalisierung schreitet weiter voran und bringt viele Chancen mit sich. 

Alles auf einen Blick

Bildungsrevolution ist das Wort der Stunde, wenn von Digitalisierung in der Ausbildung die Rede ist. Die Nachfrage an Hochqualifizierten steigt, während die Nachfrage an Niedrigqualifizierten weiter sinkt. Neue Chancen ergeben sich, neue mögliche Berufswege entstehen und mit ihnen auch ein neues Niveau an Bildung. Das Ausbildungsmanagement wandelt sich mit dem neuen Zeitgeist und Auszubildende erfahren durch innovative Ausbildungssoftwares, eine zukunftsorientierte Art von Lernen. Ob mit dem Smartphone, dem Tablet oder am PC, Lernen wo und wann man will, selbstorganisiert und autodidaktisch – wer sich heute für eine Ausbildung entscheidet, erfährt, wie flexibel sich die Qualifikation 4.0 in das persönliche Leben integrieren lässt. Webbasiertes Training, E-Learning mit Apps, Video, Audio, Bild und Text, Virtual Reality – die Möglichkeiten sich Inhalte anzueignen ,scheinen hier unbegrenzt. Hand in Hand mit Maschinen zu arbeiten, ist schon längst keine Zukunftsvision mehr, sondern hat dank der Digitalisierung Einzug in die Arbeitswelt von heute und morgen gefunden.

Weitere spannende Artikel findest du in unserer Übersicht

Zurück zu unseren Artikeln